
Preisentwicklung Immobilien in München und anderen Großstädten
Wohnen ist mittlerweile ein sehr teure Gut geworden. Besonders in der bayrischen Landeshauptstadt München ist dies an der Preisentwicklung der Immobilen zusehen. Schon seit mehreren Jahren geht dort der Preis fürs Eigenheim enorm in die Höhe. Auch die Schere zwischen Kauf- und Mietpreisen wird immer größer. Nicht umsonst wird München als die Hauptstadt des Immobilienwahnsinns bezeichnet. Nirgendwo sonst in Deutschland ist das Wohnen so teuer wie in der Landeshauptstadt.
Preise steigen durchgehen:
Der Kauf einer neuen Immobilie hat sich seit 2010 in München um fast zwölf Prozent gesteigert. Aber auch die Mieten sind teurer geworden. Hier ist in den vergangen Jahren ein Anstieg um knapp drei Prozent zu vermerken. Spitzenreiter dieser Statistik sind Immobilien, welche weiterverkauft werden. Hier hat sich der Kaufpreis seit 2010 um satte 15 Prozent gesteigert. Auch die Kosten für die Miete einer solchen „gebrauchten“ Immobilie sind gestiegen. Diese verteuerten sich um vier Prozent. Demnach ist es durchaus gerechtfertigt, von der sogenannten Blase der Preisentwicklung für Immobilien in München sprechen.
Besonders die begehrten Wohnviertel der Stadt stehen teuer zu Buche. Quadratmeterpreise von bis zu 15.000 Euro sind zum Beispiel in der Müllerstraße keine Seltenheit. Aber auch im beliebten Glockenbachviertel ist die enorme Preisentwicklung zu spüren. Auch Immobilien in weniger beliebten Lagen sind deutlich teurer als in anderen Städten. Die durchschnittliche Eigentumswohnung in München kostet 3.600 Euro pro Quadratmeter. Diese Preise übersteigen allerdings deutlich das Einkommen der überwiegenden Bevölkerung. Muss denn nicht langsam die Blase platzen?
Wird der Preis weiter steigen?
Ein Abfall der Preise für Immobilien in München ist leider nicht in Sicht. Die Preise steigen schon seit mehreren Jahren und auch ein Platzen der Blase ist in nächster Zeit, nach der Meinung von Experten des deutschen Wirtschaftsinstitutes, nicht vorhersehbar.
Allerdings ist von einer Verlangsamung die Rede. Der Anstieg der Preise wird weitaus weniger dramatisch ausfallen, als dies in den letzten Jahren der Fall war. Im Frühjahr 2015 wurde ein kurzzeitiger Stillstand des Anstieges in München erreicht. Viele hofften an dieser Stelle auf ein Einknicken der Preise. Dies war allerdings nicht der Fall. Der Trend bewegt sich weiter nach oben. Besonders seit den Sommermonaten 2015 sind wieder Anstiege in der Preisentwicklung zu verzeichnen. Ein langer Stillstand der Preisentwicklung war demnach nicht eingetreten und die Blase auch nicht geplatzt. München wächst immer weiter und dies nutzt die Immobilienbranche zu ihrem Vorteil.

Der Mangel an Wohnraum
Wie bereits erwähnt ziehen immer mehr Menschen nach München und wollen dort leben. Besonder der Einstiegspreis für Immobilien, auch für günstige, hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt. Hat man früher noch 2.500 Euro für einen Quadratmeter zahlen müssen, so sind heute Preise zwischen 4.500 und 7.500 Euro an der Tagesordnung. Wer denkt, dies betreffe nur die beliebten Wohngegenden, der irrt. Auch Wohnflächen in Randlage sind für viele Menschen nicht zu bezahlen, da auch diese Preise enorm steigen. Günstige Wohnungen oder Einfamilienhäuser in München kaum noch zu bekommen. Da der Wohnraum eine solche Mangelware ist, müssen Gebäude renoviert und neu gebaut werden. Auch dies ist ein Aspekt, welcher den Preis der Immobilien in die Höhe schnellen lässt. Die Bevölkerung in München ist zwischen den Jahren 2010 und 2014 um stolze 108.400 Einwohner gestiegen. Somit wohnen nun um die 1,5 Millionen Menschen dort. Der Bau neuer Immobilien ist allerdings über Jahre hinweg vernachlässigt wurden. Es wurden kaum neue Gebäude in München errichtet. So wurde in den Jahren des extremen Wachstums nur knapp 23.000 neue Wohnungen geschaffen. Im Verhältnis zum Zuzug, ist dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Beachtet man nun zusätzlich die Haushalte, welche nur aus einer Person bestehen, so wird der Mangel an Wohnraum mehr als deutlich. Die Anzahl dieser Ein-Personen-Haushalte liegt in München bei 54 Prozent. Somit wurde seit 2010 versäumt, genügend Wohnraum zu schaffen.
Auch der Zuzug von Flüchtlingen erlangt immer mehr an Bedeutung. Werden diese in der Statistik mit berücksichtigt, so ist mit einem zusätzlich Zuzug von rund zwölf Prozent zu rechnen. Dies belastet die Preise zusätzlich. Zwar nimmt die Aufnahme der Flüchtlinge in München nicht direkt Einfluss auf die Preise der Immobilien, doch es wird ein sogenannter Kaskadeneffekt hervorgerufen. Es besteht demnach ein höherer Bedarf an günstigem Wohnraum. Es werden noch größere Engpässe an geförderten Wohnungen entstehen. In Folge dessen wird ein Ausgleichseffekt eintreten. Da nicht so viel günstiger Wohnraum zur Verfügung steht, wird eine Lösung gesucht. Diese beinhaltet, dass auf teurere Immobilien umgestiegen werden muss. Bei Mietwohnungen wird demnach das Mietniveau weiter ansteigen. Die Nachfrage an Häusern und Eigentumswohnungen wird parallel mitsteigen. Somit werden auch die Kosten für derartige Immobilien nach oben getriebenen.
Wenig Angebot – riesen Umsatz:
Trotz des aktuell sehr geringen Angebotes ist der Umsatz in München aktuell so hoch wie noch nie. Im letzten Quartal des Jahres 2015 wurden in der Immobilienbranche stolze zwölf Milliarden Euro umgesetzt. Der Wert des Vorjahres wurde somit um 26 Prozent überboten. Auch im Jahr 2016 ist man auf Erfolgskurs und wird diesen Umsatz wahrscheinlich erneut überbieten können. Dies liegt daran, dass die Finanzierung zur Zeit so einfach wie noch nie ist. Dieser Boom wäre wahrscheinlich nicht so ausgefallen, wenn genügend Wohnraum zur Verfügung stehen würde. Dennoch ist die aktuelle Situation kein Garant für die Zukunft.
Die Investoren sind abgeschreckt:
Doch es gibt immer noch Hoffnung für das Platzen der Blase und auf ein Ende der steigenden Preisentwicklung der Immobilien in München. Für viele Unternehmen lohnt sich München nicht mehr als Standort. Dies liegt daran, dass sie so viel in die Unterhaltung der Büro- und Firmenimmobilien investieren müssen, da die Kaufpreise und Mieten so hoch sind. Der Kaufpreisanstieg von 85 Prozent und der Mietanstieg von 28 Prozent schmälert die Rendite vieler Investoren. Somit liegt München weit über den Preisen anderer großer Städten in Deutschland. Somit weichen viele Investoren auf andere Städte in Bayern aus, welche über eine ähnliche Infrastruktur verfügen aber wesentlich kostengünstiger für die Unterhaltung der Immobilien sind. Besonders dieser Rückgang an Unternehmen kann dafür sorgen, dass die Blase der Preisentwicklung in den nächsten Jahren platzen wird. Die Arbeitnehmer werden aus München wegziehen und es wird durch zusätzlichen Immobilienbau an dem Problem des mangelnden Wohnraums gearbeitet.